Sonntag, 26. Oktober 2014

Zwei auf Reisen - Teil 4 - Amsterdam

Dies ist der letzte von vier Teilen. Ich habe Euch ja bereits in Berlin, in Hamburg und an der Nordsee begrüßen dürfen. Heute gehts in die Niederlande, genauer in die heimliche "Hauptstadt".

Gracht Adam
aufgenommen bei einer Grachtenfahrt
Für jemanden, der eher im Hügeligen zu Hause ist, war das schon eine spannende Angelegenheit. Auch die Lebensweise - oder sagen wir besser das Lebensgefühl - der Amsterdamer hat mich nachhaltig beeindruckt. So entdeckte ich unter anderem diese Besonderheiten (für mich):

- In der Zeit, die wir dort verbracht haben, habe ich kein einziges Mal einen Krankenwagen, Polizei- oder Feuerwehreinsatzwagen fahren sehen oder gehört.

- Es gibt kaum Mülltonnen am Straßenrand. Der meiste Unrat wird durch unauffällige öffentliche Müllsammelstellen ins Unterirdische  entsorgt.
 
so stellt man sich Amsterdam vor, wenn man noch nie dort war, oder?

-  Ständig sieht man jemanden - egal welchen Alters, Geschlechts, Standes - wunderschöne Blumen an einem der zahlreichen Blumenkioske kaufen... Am besten noch schwups in den Gepäckträger des Fahrrads eingeklemmt. Dieser Umstand machte das Stadtbild soooo schön farbenfroh.

- Was ich außerdem sehr selten gesehen habe, - im Vergleich zu deutschen Städten - sind Arztpraxenschilder und Apotheken. Gut, Ibuprofen und Kollegen kann man im Drogerie- oder Supermarkt erwerben, aber hier bei uns ist - gefühlt - in jeder Straße mindestens ein Arzt beheimatet.

vierstöckige Fahrradparkgarage vor dem Bahnhof - immer noch zu klein

- Straßen-, UBahn- oder Busfahren ist eine lustige Angelegenheit. "Piepiep" Mit einem fröhlichen "Piepiep" muss man mit seinem Fahrticket einchecken und beim Verlassen des Gefährtes wieder "Piepiep" auschecken. (mir ist übrigens kein einziger unfreundlicher Fahrer begegnet!!! Räusper) Also in den A-damer Öffentlichen piepiept es dauert und die meisten sitzen mit ihrer Karte in der Hand drinnen. "Piepiep" "Piepiep"

- Statt einem Schrebergarten schafft sich der A-damer lieber ein Hüttchen am Meeresstrand an. Beweis siehe Foto:

holland nordsee
holländische Version des "Wochenend-Schrebergarten"-Häuschen (bei Zandvoort)

In fremden Ländern zieht es mich magisch in den Supermarkt.
In A-dam konnte ich in den "Albert Heijn"s eine ganz besondere Eigenheit ausmachen... So ist beispielsweise der gesamte Supermarkt rundherum mit Kühltheken ausgestattet. Es gibt Unmengen von Vorgeschnittenem... egal, ob Obst, Gemüse, Fleisch oder auch schon zusammengestellten Kombinationen von Vorgeschnittenem oder oder oder... kurzum... bevor man am Abend nach Hause geht, holt sich der Durchschnitts-A-damer sein Vorgeschnipseltes, geht nach Hause und bereitet es sich zu... Plastik aufreißen und rein in die Pfanne... Tiefkühltheken gibt es hingegend verschwindend wenig.
Hin-Fahr-Riesensupermärkte wie bei uns konnte ich außerdem keine entdecken. 

Hab mich in die schönen Holland-Fahrräder verliebt!


Einkaufstipp: 
Eigentlich hätte ich ja erwartet, dass es viele kleine, verrückte Geschäftchen quer über die Stadt verteilt gibt, aber leider war dem nicht so. Man musste schon richtig suchen, dass man besondere Lädchen findet. Einer ist mir besonders ans Herz gewachsen.

"The New Label Project"(Rozengracht 75): Das Konzept dieses Ladens gibt es auch in anderen Städten, aber hier finde ich es sehr charmant umgesetzt. Verschiedene aufstrebende Designer (Schmuck, Lederwaren, Kleidung...) mieten jeweils einen 1x1 Meter Kasten. Diese Kästen sind übereinander gestapelt und so kann man quasi in 30 Läden in einem Laden gehen... ich hab mich dort in einige, sehr besondere Schmuckstückchen verliebt... und natürlich mit nach Hause genommen. 



Kulinarische Tipps: 
- Ein feines Cafe mit französischem Touch gefällig? Dann ab ins "De Laaisie Kruimel" (Langebrugsteeg 4). Eigentlich wollte ich den Köstlichkeiten dort ja widerstehen und bin immer straight dran vorbeigelaufen, aber ich konnte diesen saftig-sauereimäßigen Schokoladenkuchen (Mitte hinten rechts auf dem Foto) nicht vergessen und so musste ich nach Tagen nochmals hin und ihn mir holen. Sowas kann keine Sünde sein! Er war - wie erhofft - phänomenal!!!

Pikante Quiche und Co. gibt es und...
...auch Süßes.










- Am Abend empfehle ich einen Besuch beim Koreaner: "Miss Korea"(Albert Cuypstraat 66 HS) bietet hervorragende Qualität und ein All-you-can-eat BBQ. Keine Ahnung, wer das erlaubte Maß komplett schafft. Wir lieben ja Koreanisch mit den vielen Töpfchen und Tiegelchen. Im Miss Korea gab es außerdem noch an jedem Tisch einen eingebauten Grill, auf dem man selbst sein Fleisch bzw. den Fisch grillen kann. Hochwertige Lebensmittel und sehr freundliche Bedienung! Bitte vorher einen Tisch reservieren und auf die ungewöhnlichen Öffnungszeiten achten!!!

- Unbedingt gegessen haben sollte man Pommes frites (Vlaamse frites). Die gibt es aber auch an vielen Ständen überall in der Innenstadt. 


Touristentipps: 
- Holt Euch unbedingt die Amsterdam-Card, die es ja mittlerweile in vielen Städten gibt. Der Eintritt in die Museen(kostet durchschnittlich sonst 20 € pro Museum) und kostenlose Fahrt mit den Öffentlichen ist dann mit einem Mal erledigt. (Nur das "Piepiepen" beim Aus- und Einsteigen darf man auf keinen Fall vergessen!!!) Das Reijksmuseum hat mir übrigens besser gefallen wie das Van Gogh-Museum.

- Ihr müsst unbedingt ans Meer (Zandvoort und Umgebung) fahren. Es ist mit dem Auto in 15 - 20 min erreicht! Das ist doch nix, oder?

Holland Meer
Muscheln am Strand bei Zandvoort

- Wer mit dem Auto anreist, muss dringend ein Park&Ride aufsuchen, denn Parkplätze in der Stadt sind für einen längeren Zeitraum kaum bezahlbar. Wir - also unser Auto -  waren im Parkhaus direkt unter dem Olympiastadion. Man kann beim Park&Riden in A-dam soooo unendlich Viel falsch machen. Lasst Euch das Prinzip dringend!!! von jemandem auf Deutsch erklären, der sich damit bereits auskennt. Es lohnt sich dabei alles richtig zu machen, denn 1 Euro am Tag oder 50 Euro sind schon ein großer Unterschied, oder?


Fazit: Anfänglich hat mich das stets fröhliche, dauergrinsende Gemüt der A-damer echt irritiert und - ich würde fast sagen - geschockt. Doch dann musste ich feststellen, dass dies nur an den überraschenden Sonnentagen (waren ja heuer im August recht wenige) lag. Schön ist, dass jeder - wirklich jeder - herzlich Willkommen ist - immer und überall. Jeder Holländer spricht Englisch.

--> Wir kommen wieder. Nicht zuletzt wegen der beleuchteten Autobahnen. ;)



Möchtet Ihr nochmals unsere Eindrücke von den anderen Reise-Teilen nachlesen, gehts hier entlang: 

Berlin oder Hamburg oder Nordsee

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